Lumag Manufaktur Lunor Löten Brillenproduktion

Die Maschinen surren leise und gleichmäßig, während ein junger Mann gerade einen filigranen Metalldraht in das Werkzeug vor sich einspannt. Konzentriert bringt er Lot an das glühende Metall. Zischendes Dampfen. Vorsichtig löst er das Metallteil vom Werkzeug, lehnt sich zurück und untersucht die Lötstelle sorgfältig. Alles perfekt.

Diese Sorgfalt erfordert Zeit. Es ist genau diese Zeit, die sich nur noch selten in einer Produktion genommen wird. Die Zeit, die man sich in der Lunor Manufaktur Gesellschaft, kurz LUMAG, im Schwarzwald gerne nimmt. ‚Wir lieben was wir tun und optimieren was schon perfekt ist‘ steht auf einem Poster an der Wand geschrieben. „Das ist unser Firmenmotto.“ erklärt Simon Dietzfelbinger, Leiter der LUMAG. Und man glaubt ihm sofort. Alles hat hier seinen Platz. Jedes Werkzeug wird ordentlich verstaut. Jede Werkstation ist fein säuberlich beschriftet.

„Dass es hier so ordentlich ist, ist absolut notwendig für unseren hohen Qualitätsanspruch. Wir müssen äußerst präzise arbeiten und stets dieselben, exakten Ergebnisse abliefern.“ Dieser Anspruch hat in der Anfangsphase der LUMAG für gehörig Kopfzerbrechen gesorgt. „Wir waren uns darüber im Klaren, dass der Aufbau einer Brillenmanufaktur knifflig wird. Doch wie schwierig der Weg bis zur Serienproduktion tatsächlich ist, hat sich erst nach den ersten Gehversuchen herausgestellt.“

Simon Dietzfelbinger Lumag Lunor Brille Manufaktur

Simon Dietzfelbinger

LUMAG Brillenmanufaktur – ein konsequenter Schritt

Bei Lunor wird seit Firmengründung 1991 viel Wert auf Handarbeit und Qualität in der Brillenherstellung gelegt. Die Fassungen aus dem Hause Lunor wurden aus diesem Grund bisher nur in ausgewählten Produktionsstätten hergestellt und an strengen Kriterien hinsichtlich Verarbeitung und Qualität gemessen. „Natürlich hat man aber bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten immer eine entsprechend lange Produktionskette, die koordiniert werden muss. Zwar hatten wir nie größere Probleme, aber trotzdem bleibt ein gewisser Risikofaktor hinsichtlich Qualität und Liefertreue, auf den wir keinen Einfluss nehmen können.“ erläutert Michael Fux, CEO der familiengeführten Lunor AG. „Und schließlich war es ein konsequenter Schritt, als Brillenmanufaktur auch selbst zu produzieren.“

Viele Jahre waberte die Idee im Kopf von Michael Fux, reifte zu einem konkreten Konzept heran und wurde schließlich mit seinem langjährigen Freund, dem heutigen LUMAG-Geschäftsführer Simon Dietzfelbinger, Realität: Im Mai 2018 wurde die Lunor Manufaktur Gesellschaft gegründet. Eine Brillenmanufaktur, die ganz auf die Herstellung von Brillen in außergewöhnlich hoher Qualität spezialisiert ist.

Für jede Lötstelle musste erst mal ein eigenes, individuelles Werkzeug ausgedacht, konzipiert und hergestellt werden. Und das auf ein Hundertstel genau. Ein so filigranes Werkstück wie eine Brille verzeiht nicht die kleinsten Abweichungen. So nimmt alleine die Herstellung der Werkzeuge viel Zeit und Geduld in Anspruch. Glücklicherweise hat die LUMAG mit Peter Leoni einen Pionier der Brillenfertigung an Bord. Der 78-Jährige unterstützt die Manufaktur mit seinem Expertenwissen. „Das ist eine unglaubliche Bereicherung. Herr Leoni hat als gelernter Stahlgraveur einen Erfahrungsschatz, der so vermutlich einzigartig in der Brillenbranche ist.“ schwärmt Simon Dietzfelbinger. Zentrale Herausforderung für das traditionelle Brillenhandwerk ist es auch, Wissen und Kompetenzen anzureichern und über Generationen weiterzugeben. Peter Leoni leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag.

In der LUMAG wird ein berühmtes Brillenmodell gefertigt

Aktuell wird in der LUMAG die Lunor Classic Rund produziert. Ein Brillenmodell, das auf eine lange Geschichte bei Lunor zurückblickt. Unter anderem trug Steve Jobs diese Brille ganze 14 Jahre seines Lebens und sorgte damit für viel Aufmerksamkeit. „Im Grunde sprachen zwei Dinge dafür, mit der Classic Rund in der eigenen Manufaktur zu starten: Zum einen ist es quasi Ehrensache, die Produktion eines unserer berühmtesten Modelle einzulagern. Zum anderen verspricht ein randloses Modell einen unkomplizierteren Werkzeugbau und damit für den Anfang weniger Investition. Auch für das einzulernende Personal macht ein Gestell mit weniger Lötstellen zu Beginn mehr Sinn.“ verrät Simon Dietzfelbinger.

Lunor Classic Round AS Lumag

Lunor Classic Round AS

In der Tat: die Classic Rund ist als rahmenlose Brille einzigartig leicht und reduziert. Es stellte sich jedoch schnell heraus, wie komplex auch dieses so puristische Modell in der Produktion ist. Über mehrere Monate wurden Werkzeuge hergestellt, Produktionsschritte perfektioniert, unzählige Belastungstests durchgeführt sowie die richtigen Materialen und Abläufe für die finale Politur ausgetüftelt. Seit Anfang 2020 steht die Serienproduktion und die ersten Chargen werden regelmäßig ausgeliefert.

Die Brillen aus der Produktion der LUMAG sind in der neuen Kollektion ab dem Jahr 2020 lieferbar. Der Brillenträger kann sich dann sicher sein, dass seine Brille mit viel Zeit und Liebe zum Detail, in einem 4-Mann-Betrieb im Nordschwarzwald gefertigt wurde. Das sieht auch Simon Dietzfelbinger so: „Es ist für uns sinnstiftend, einen Beitrag zu nachhaltigen Produkten aus Deutschland zu leisten. Fair produziert und mit so viel Handwerkskunst hergestellt, dass sie viele Jahre überdauern.“

Mehr Informationen zur LUMAG unter lumag.net