Frau mit Brille von Lunor

Bienen sind unverzichtbar für den Fortbestand der Menschheit. Trotzdem kennen die meisten von uns die Biene nur als „Honigbiene“. Welche wichtigen Schwestern die Honigbiene hat, welche Superkräfte sie haben und wie einfach Sie durch ein bisschen Faulheit zu deren Schutz beitragen können.

Klein, pelzig, schwarz-gelber Popo und ein wenig behäbig. Einfach süß. Kein Insekt hat ein so gutes Image wie die Honigbiene – danke, Biene Maja. Sie bestäubt emsig Pflanzen, sammelt Nektar und schenkt uns köstlichen Honig. Yummi! Jeder Deutsche vertilgt durchschnittlich etwas mehr als ein Kilo Honig im Jahr. Die Arbeit dürfte den Bienen also nicht so schnell ausgehen.

Immer wieder wabert durch die Medien, dass eben diese possierlichen wie wichtigen Tiere von einem großen Massensterben bedroht sind. Welche Ursachen das genau hat, ist noch nicht geklärt. Wissenschaftler gehen von Pestiziden und Monokulturen in der Landwirtschaft aus. Ebenso sind Parasiten wie die Varroa-Milbe, die ganze Bienenstöcke ausrotten oder generelle Klimaveränderungen ursächlich. Die Prophezeiung von Albert Einstein lässt vor diesem Hintergrund Panik in uns aufsteigen: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Ist die Situation wirklich so dramatisch?

Nicht alle Bienen in einen Honigtopf werfen!

Hierzu müssen wir differenzieren. Bienen werden häufig einfach alle in einen (Honig-)Topf geworfen. Dabei sind die Unterschiede gewaltig. Wussten Sie, dass wir die Honigbiene und die Wildbiene grundsätzlich voneinander unterscheiden müssen?

Auf der ganzen Welt leben nur neun Honigbienenarten. Diese sind speziell für ihren Einsatz gezüchtete „Hochleistungsbienen“. Mittlerweile sind sie durch die menschliche Selektion auch widerstandsfähiger gegenüber den gefürchteten Varroa-Milben. Honigbienen leben in Schwärmen mit bis zu 60.000 Tieren, in denen jeder seine eigene Rolle hat. Die Honigbiene spielt für Massentrachten, also ein besonders ergiebiges Nahrungsangebot meist gleicher Sorten wie beispielsweise Raps, eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund ist sie hinter Rindern und Schweinen auch das wichtigste wirtschaftliche Nutztier. In Anbetracht ihrer unverzichtbaren Aufgabe als Bestäuber haben sie aber durchaus Platz eins verdient!

Im Schatten der Honigbiene leben die Wildbienenarten. Sie sind ein bisschen wie die unscheinbare kleine Schwester der Honigbiene, über die man nicht so gerne spricht.  Dabei ist es die Wildbiene, die besonderen Schutz und unsere Aufmerksamkeit braucht. Allein in Deutschland leben etwa 550 Wildbienenarten, man geht von 30.000 Arten weltweit aus. Viele von ihnen haben weder einen fluffigen gelb-schwarzen Pelz, noch leben sie gesellig in Schwärmen zusammen. Die sensiblen Einzelgänger lassen sich einfach nicht so gut vermarkten. Dabei haben sie viele Vorzüge. So gelten Wildbienen als produktiver in der Bestäubung als ihre gezüchteten Schwestern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Feld mit 100 Honig- und 50 Wildbienen viel effektiver bestäubt wird, als mit 150 reinen Honigbienen. Um auch noch ein paar Sympathiepunkte für die Wildbienen zu sammeln: Da diese meist solitär (einzeln, nicht im Schwarm) leben und so keinen Bienenstock samt Honigvorrat verteidigen müssen, verfügen sie nur über kleine Stacheln, die die menschliche Haut nicht durchdringen können. Das ist doch mal was!

Check-In im Bienenhotel

Das Problem ist allerdings, dass Wildbienen ganz ohne menschliche Obhut auf sich selbst gestellt sind. Niemand kümmert sich um die Pflege ihres Zuhauses oder fährt sie mit Sack und Pack gemütlich zum nächsten Sonnenblumenfeld, wo der Nektar nur so duftet. Wildbienen sind da einfach etwas zurückhaltender. Manche von ihnen ernähren sich nur von einer einzigen Pflanzensorte und so gehen sie regelrechte Symbiosen mit den Pflanzen ein. Gehen diese Pflanzen immer mehr zurück, so hat auch die Wildbiene ein echtes Problem. Die allergrößte Mehrheit der wilden Bienen nistet im Boden. Dazu brauchen Sie freiliegende, ungestörte und geschützte Flächen. Andere Arten nutzen Pflanzenhalme oder Löcher in Hölzer. Einige Wildbienen checken auch gerne in Bienenhotels ein, die wir Menschen ihnen errichten. Leider sind manche dieser Hotels mehr für das menschliche Auge, als die bienischen Bedürfnisse gemacht, was zum Tod der dort abgelegten Larven führt.

Das schönste Hotel nutzt nichts, wenn in nächster Nähe keine Nahrung zur Verfügung steht. Wildbienen fliegen nämlich nur Kurzstrecke. Zum Wildbienen-Schutz gehört auch dazu, ein reichhaltiges All-Inclusive-Buffet bereitzustellen: die ganze Saison sollte etwas blühen. Eine gute Nachricht für alle Gartenarbeit-Muffel: Wildbienen lieben das, was wir als Unkraut bekämpfen. Legen Sie also guten Gewissens die Füße hoch und lassen eine Ecke ihres Gartens einfach Garten sein. So einfach kann Ihr Beitrag zum Artenschutz sein. Ein üppiger Kräutergarten mit Minze, Rosmarin und Co. ist für die Bienen ein zusätzlicher Gaumenschmaus.

Dass Bienen eine schützenswerte Art sind, ist mittlerweile auch bei Unternehmen angekommen. Diese haben oftmals ein großes Grundstück, auf dem ein Bienenstock ungestört leben und niemanden stören kann. So bevölkert ein Bienenschwarm auch das Luniversumm (summ summ). Von ihrem Bienenstock aus können die Tiere in das nahegelegene Naturschutzgebiet ausschwärmen oder den Schwarzwald anfliegen. „Uns ist natürlich bewusst, dass es den Honigbienen tendenziell gut geht und diese von unserem Imker umsorgt werden“ erklärt Ulrich Fux, Chef der Lunor AG. „Aber es war uns wichtig, ein sichtbares Zeichen zu setzen, für alle Bienenarten“ Vom leckeren Honig, den es jedes Jahr für die Mitarbeiter gibt, ganz zu schweigen…