Lunorbrille auf Zeitung mit Smartphone Blaulicht.

Sie haben bereits von Blaulicht gehört und fragen sich, wie gefährlich es tatsächlich ist? Wir erklären, was Blaulicht ist, wie viel davon unbedenklich ist und wo sie besser aufpassen sollten. Unsere vier Maßnahmen gegen das blaue Licht, können Sie ganz einfach umsetzen und so Ihre Augen nachhaltig schützen.

Sie sitzen gerade vor Ihrem PC oder schauen in das Display Ihres Smartphones. Logisch, sonst könnten Sie diesen Artikel nicht lesen. Und genau jetzt, in diesem Moment, trifft Blaulicht auf Ihre Netzhaut und kann dort – auf lange Sicht – Schaden anrichten. Außer Sie haben bereits Vorkehrungen getroffen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, erfahren Sie weiter unten.

Aber ganz von vorne. Blaues Licht ist eine der Spektralfarben, wie man sie beispielsweise in einem Regenbogen sieht: oben das langwellige rote Licht, am untersten Ende das kurzwellige blaue Licht. Das energiereiche Blaulicht liegt im Wellenbereich von 380 bis 500 Nanometer und wird auch High Energy Visible Light (HEV) genannt. Soweit ist blaues Licht also nicht per se schädlich. Es kommt ganz natürlich im Sonnenlicht vor, wir „konsumieren“ es täglich, genauso wie das UV-Licht. Dieses ist ein gutes Veranschaulichungsbeispiel für die Blaulicht-Problematik: Eine gewisse UV-Strahlung ist völlig in Ordnung, sogar essentiell zum Beispiel für die Bildung von Vitamin D. Zu viel davon kann allerdings schädlich sein – denken Sie an Ihren letzten Sonnenbrand.

„Blaulicht kann langfristig zu Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten führen“

Ähnlich verhält es sich mit dem Blaulicht: Es hat die wichtige Funktion, unsere innere Uhr zu unterstützen. Nehmen wir Licht wahr, signalisiert es dem Körper: Tag! Unsere Stimmung ist gut, wir fühlen uns wach. Aus diesem Grund wurde blaues Licht auch lange Zeit als stimmungsaufhellende Therapie, zum Beispiel bei Depressionen genutzt. Trifft das Blaulicht auf unsere Netzhaut, so vermuten Experten, wird außerdem die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin gesenkt. Das ist äußerst nützlich, wenn es denn tatsächlich Tag ist und wir fit und leistungsbereit sein wollen.

Die Krux an der Sache ist, dass blaues Licht eben nicht nur ganz natürlich durch das Sonnenlicht zu uns gelangt, sondern auch durch künstliches Licht. Insbesondere durch LED-Leuchten, über unseren PC-Monitor oder das Display unseres Smartphones und Tablets sind wir durch eine andere spektrale Zusammensetzung als im natürlichen Licht einer immer höheren Dosis blauem Licht ausgesetzt – und das noch bis tief in die Nacht. Dies könnte auf lange Sicht zu Schlaf- oder Konzentrationsstörungen führen.

Ob und wie stark das blaue Licht uns tatsächlich schaden kann, ist allerdings nicht eindeutig geklärt. In einer Studie mit Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass blaues Licht zu einer Schädigung der Netzhaut der Tiere führte und das bereits bei LED-Lampen mit einer geringen Lichtintensität von 500 Lux. Langzeitstudien am Menschen liegen bisher noch keine vor. Trotz dieser vorsichtig zu wertenden Forschungsergebnisse, sind sich Experten einig, dass blaues Licht eine altersbedingte Makuladegeneration begünstigen könnte. Da das Blaulicht fast ungefiltert durch die Linse auf unsere Netzhaut trifft, kann dort die Makula, der Punkt des schärfsten Sehens, geschädigt werden. Eine Makuladegeneration kann im schlimmsten Fall bis zur Blindheit führen.

4 Maßnahmen um Ihre Augen zu schützen

Gehören Sie zu den Menschen, die nach einem Arbeitstag vor dem Bildschirm oft mit Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme kämpfen, trockene Augen haben oder müde sind? Auch das könnten Auswirkungen des blauen Lichts sein. Im Folgenden haben wir vier einfache Tipps zur Reduzierung von Blaulicht für Sie zusammengestellt:

1. BLAULICHTFILTER AKTIVIEREN

Nutzen Sie an ihrem Windows oder MacOs die Möglichkeit das Blaulicht zu reduzieren: stellen Sie den Nachtmodus, Night-Shift-Modus oder Lesemodus ein. Auch an vielen Smartphones gibt es diese Möglichkeit bereits in den Einstellungen. Ansonsten können Sie eine Blaulichtfilter-App downloaden.

2. HANDY UND TV-NUTZUNG AM ABEND OPTIMIEREN

Vermeiden Sie vor dem Schlafengehen intensive Arbeit an Monitoren und Displays. Insbesondere das Betrachten eines Displays, wenn der Raum bereits abgedunkelt ist, führt dazu, dass sich die Pupille öffnet und besonders viel Blaulicht ungehindert eindringen kann. Jedoch müssen Sie auf die abendliche Unterhaltung vor dem Fernseher nicht verzichten: Das TV-Gerät steht meist so weit vom Auge entfernt und strahlt durch die ständig wechselnden, bunten Bilder weniger weißes (und somit auch blaues) Licht ab, sodass dies weniger problematisch ist. Sorgen sie außerdem für eine weitere Lichtquelle im Raum.

3. AUGEN-YOGA

Nehmen Sie sich immer wieder Zeit, Ihren Augen etwas Entspannung zu gönnen, vor allem während langer Arbeit vor dem Computer.

  • Palming
    Setzen Sie sich entspannt und aufrecht hin. Reiben Sie Ihre Handflächen aneinander und nehmen Sie bewusst wahr, wie diese immer wärmer werden und zu kribbeln beginnen. Legen Sie ihre heißen Handflächen auf Ihre geschlossenen Augen und spüren Sie die Wärme, Dunkelheit und Entspannung ihrer Augen.
  • Augenrundlauf
    Schauen Sie bewusst nach oben, nach unten, nach rechts, nach links. Halten Sie die Position jeweils für einige Sekunden. Schließen Sie dann Ihre Augen für ein paar Sekunden zum Entspannen. Nun öffnen Sie ihre Augen wieder und kreisen sie die Augen in einem weiten Kreis von oben nach unten.
  • Autofokus
    Strecken Sie einen Arm gerade aus, stellen den Daumen auf und fokussieren Sie zunächst den Daumennagel. Als nächstes blicken Sie auf einen etwas entfernteren Punkt und fokussieren diesen. Danach fokussieren Sie einen noch weiter entfernten Punkt. Wechseln Sie nun zwischen diesen drei Fixpunkten hin und her, so schnell wie möglich, aber stellen Sie vor jedem Wechsel ihren Fokus scharf.

4. BRILLENGLÄSER MIT BLAULICHTFILTER

Filter an den Monitoren und Displays selbst sind zwar ein guter erster Schritt – sie haben jedoch Schwachpunkte: Zum einen wird durch sie die Darstellung in ihren Farben verzerrt. Ein Grafiker kann so unmöglich arbeiten. Zum anderen helfen Sie nur punktuell – das Blaulicht im Raum, zum Beispiel durch LED-Beleuchtung, oder das natürliche Blaulicht wird dadurch nicht gemindert.

Gehören Sie also zu den Menschen, die einige Stunden täglich vor Computer und Smartphone verbringen, so ist eine Brille mit Gläsern, die das Blaulicht filtern empfehlenswert. Keine Sorge, die Gläser müssen dabei nicht gelb-orange gefärbt werden, sodass Ihre Kollegen den Eindruck bekommen könnten, Sie hätten Ambitionen die nächste Tour de France zu gewinnen.

Gläser mit Blaufilter lassen sich in jeder Fassung, auch bei Sehschwäche oder in Kombination mit Sonnengläsern einsetzen. Lassen Sie sich einfach von Ihrem Optiker beraten und fragen Sie nach Blaufilter oder Blauschutz.